Die Vivantes-Beschäftigten sind im unbefristeten Streik

Ayse Pektas Harman

Die Streiks in den Krankenhäusern des Vivantes-Konzerns in Berlin dauern weiterhin an, da die Tarifverhandlungen festgefahren sind. Nachdem die seit Januar geführten Gespräche ohne Ergebnis geblieben waren, begannen die Beschäftigten mit Arbeitskampfmaßnahmen, die am 15. April in einen unbefristeten Streik übergingen. Vor diesem Hintergrund besuchten Frauen des Migrantinnenverein Berlin das Vivantes-Krankenhaus in Neukölln, um ihre Solidarität mit den streikenden Beschäftigten zu zeigen.
Vor Ort versammelten sich die Frauen des Migrantinnenverein Berlin vor dem Krankenhaus und machten deutlich, dass sie die Forderungen der Beschäftigten im Gesundheitswesen für berechtigt halten. Sie riefen die Verantwortlichen dazu auf, schnell eine Lösung zu finden, kritisierten die aktuelle Regierungspolitik und betonten, wie wichtig Zusammenhalt, gewerkschaftliche Organisation und gelebte Solidarität sind. Im Rahmen ihres Besuchs bereiteten sie zudem ein gemeinsames Frühstück für die Streikenden vor und nutzten die Gelegenheit für persönliche Gespräche bei Tee und Börek.
Dabei kamen die Frauen nicht nur mit den Beschäftigten ins Gespräch, sondern tauschten sich auch mit Streikunterstützerinnen und -unterstützern aus anderen Gewerkschaften und Initiativen aus, die ebenfalls ihre Solidarität bekundeten und zum Teil auch die Streiks an der Charité unterstützen. Dieser Austausch verdeutlichte die breite Vernetzung und den gemeinsamen Einsatz für bessere Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen.
Auch die Gewerkschaft Ver.di fordert für die Beschäftigten der Vivantes- Tochtergesellschaft 100%TVöD, um die Zwei-Klassen-Belegschaft zu beenden.
In diesen Gesprächen wurde deutlich, dass insbesondere weibliche Beschäftigte unter niedrigen Löhnen und belastenden Arbeitsbedingungen leiden. Sie machten auf strukturelle Ungleichheiten im Gesundheitssektor aufmerksam. Gleichzeitig berichteten einige Arbeitnehmerinnen, dass sie sich trotz Gewerkschaftsmitgliedschaft aus Angst vor möglichen Kündigungen nur zurückhaltend am Streik beteiligen. Darüber hinaus wurden Vorwürfe laut, wonach die Krankenhausleitung versucht, personelle Engpässe infolge des Streiks durch externe Dienstleister auszugleichen.

Trotz dieser Umstände zeigen sich die Beschäftigten entschlossen, ihren Arbeitskampf fortzusetzen. Viele von ihnen verbinden mit der zentralen Forderung nach einer vollständigen Übernahme in den TVöD vor allem die Hoffnung auf mehr Gerechtigkeit. „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ steht dabei im Mittelpunkt. Es sei nicht nachvollziehbar, dass Kolleginnen und Kollegen, die im selben Krankenhaus Seite an Seite arbeiten und vergleichbare Tätigkeiten ausüben, unter so unterschiedlichen Bedingungen beschäftigt sind. Diese Ungleichheit betrifft nicht nur die Bezahlung, sondern auch soziale Leistungen, Arbeitsplatzsicherheit und die grundsätzliche Wertschätzung ihrer Arbeit.
Gleichzeitig bleibt die Stimmung unter den Beschäftigten bemerkenswert solidarisch und zuversichtlich. Der Zusammenhalt innerhalb der Belegschaft sowie die Unterstützung durch Gewerkschaften und Teile der Bevölkerung stärken den Durchhaltewillen. Viele sehen in diesem Arbeitskampf nicht nur einen Einsatz für bessere Arbeitsbedingungen, sondern auch für die Qualität des gesamten Gesundheitssystems. Denn letztlich, so die Überzeugung der Beteiligten, kann eine gute Versorgung nur dort gewährleistet werden, wo die Beschäftigten unter fairen und würdigen Bedingungen arbeiten. Deshalb ist dieser Einsatz von großer gesellschaftlicher Bedeutung. Gemeinsam können wir etwas verändern – und genau deshalb ist Solidarität jetzt wichtiger denn je…..

Am 1. Mai kamen die streikenden Beschäftigten zusammen, brachten ihre Forderungen zum Ausdruck und protestierten entschlossen gegen die Gesundheitspolitik der Regierung. Mit ihren Plakaten machten sie auf Missstände aufmerksam und forderten bessere Arbeitsbedingungen, mehr Investitionen in das Gesundheitssystem.

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