25. November 2011: Internationaler Tag der Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen

Frauenrechte stärken, Opfern helfen!
Keine stigmatisierenden Integrationsdebatten auf dem Rücken von Migrantinnen!

Gewalt gegen Frauen ist eine gravierende Menschenrechtsverletzung. Häusliche Gewalt ist gemäß einer vom Europarat zitierten Statistik die Hauptursache für den Tod oder die Gesundheitsschädigung bei Frauen zwischen 16 und 44 Jahren und rangiert damit noch vor Krebs oder Verkehrsunfällen. Fast 70 Prozent der weiblichen Mordopfer weltweit werden von ihren männlichen Partnern ermordet. In Deutschland erleidet heute noch jede vierte Frau in ihrem Leben körperliche oder sexuelle Gewalt durch ihren Partner. Gewalt trifft Frauen jedoch in unterschiedlichen Formen. Dazu zählt auch die strukturelle Diskriminierung und Ausgrenzung von Frauen in der Gesellschaft, die sich u.a. durch Lohnungleichheit und befristeten und ungesicherten Arbeitsbedingungen deutlich macht. Nein zu Gewalt bedeutet auch für uns Frauen unterschiedlicher Herkunft  entschieden gegen Rassismus und Nationalismus einzutreten!

Eine konsequente Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen in Deutschland sehen wir nicht. Die bisherigen Bundesregierungen schmücken sich mit einschlägigen finanziellen Kürzungen von Beratungsstellen für Opfer und Schließungen von Frauenhäusern. Bei Fällen von Zwangsverheiratungen setzten die bisherigen Regierungen u.a. auf die Erschwerung beim Ehegattennachzug durch den Nachweis auf Deutschkenntnisse im Herkunftsland und auf die Verlängerung der Ehebestandszeit von zwei auf drei Jahren. D.h. Frauen, die von häuslicher Gewalt oder Zwangsverheiratung betroffen sind, müssen nunmehr ein Jahr länger ihre prekäre Situation in der Ehe aushalten. Parallel zu den rechtlichen Verschlechterungen werden wir Migrantinnen weiterhin zum Gegenstand stigmatisierenden Integrationsdebatten.

Anlässlich des Internationalen Frauentags am 25.November verstärken wir daher unsere Stimmen gegen Ungerechtigkeit und Diskriminierung gegen Frauen, den konsequenten Kampf gegen patriarchalische Herrschafts- und Denkstrukturen und rückständige Wertevorstellungen, die Gewalt gegen Frauen legitimieren. Wir fordern:

das unabhängige Bleiberecht für Migrantinnen unabhängig vom Ehemann.
die Ausweitung von Frauenschutzeinrichtungen.
sowie eine Integrationspolitik, die die gleichberechtigte und selbstbestimmte
Teilhabe von Migrantinnen zum Ziel hat.
Nein zu Rassismus und Nationalismus!

Bundesverband der Migrantinnen in Deutschland e.V.

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