Gehe zu: Hauptmenü | Abschnittsmenü | Beitrag

Erklärung des Bundesverbandes der Migrantinnen

Gleichberechtigt und selbstbestimmend..  Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen

 

Gewalt gegen Frauen ist eine gravierende Menschenrechtsverletzung. Ihre Wurzeln liegen in den patriarchalischen Herrschafts- und Denkstrukturen, die die Ungleichheit zwischen Mann und Frau erzeugt und zementiert. Die Gewaltbetroffenheit von Frauen steigt erschreckend. So erleidet in Deutschland jede vierte Frau in ihrem Leben körperliche oder sexuelle Gewalt durch ihren Partner. 
Sitten und Bräuche, die ihren Ursprung in gesellschaftlicher Ungleichheit, religiöser Ausgrenzung haben, können und dürfen nicht als „selbstverständlich“ hingenommen werden. Solche Sitten, Normen und Wertevorstellungen, die die Gewalt gegen Frauen, die Zwangsheirat, ihre Unterwürfigkeit und ihre Hinderung an ihrer aktiver Teilhabe im Alltag und anderswo legitimieren, können und dürfen nicht akzeptiert werden. Derartige traditionelle Vorstellungen werden gerade durch eine fehlende Integrationspolitik maßgeblich bestärkt. Solange Migrantinnen und Migranten keine ausreichenden Rechte für ein selbstbestimmtes Leben besitzen, räumlich in soziale Brennpunkte isoliert und für befremdende Debatten von Parteien missbraucht werden, bleiben patriarchalische Herrschafts- und Denkstrukturen in Familie und Gesellschaft bestehen.
Gewalt trifft Frauen in unterschiedlichen Formen. Dazu zählt insbesondere auch die strukturelle Diskriminierung und Ausgrenzung von Frauen.  Frauen sind von Armut am stärksten betroffen, verdienen auch heute noch bei gleicher Arbeit bis zu 25 Prozent weniger Geld als Männer und machen den Großteil der Niedriglohnbeschäftigten aus. Die Folgen der Krise (Arbeitslosigkeit, Ausweitung der prekären Beschäftigung, soziale Konflikte und zunehmende Verarmung) treffen Frauen und vor allem Migrantinnen schließlich am stärksten. 
Anlässlich des diesjährigen Tags der Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen am 25.November 2009 fordern wir Frauen 
· den sofortigen Ausbau von Beratungs- und Schutzeinrichtungen für Frauen 
· Bleiberecht für Frauen, die kein eigenständiges, vom Ehemann unabhängiges Aufenthaltsrecht besitzen.
· sowie eine Integrationspolitik, die die gleichberechtigte und selbstbestimmte Teilhabe von Migrantinnen fördert und bestärkt.